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Wahlprogramm

Freiheit ist kein Wahlpflichtfach

Unsere Universität ist ein Ort der Freiheit! Universitäten verkörpern Freiheit wie keine andere Institution. Universitäten stehen für den freien Wettbewerb von Ideen und für individuelles Wachstum, zutiefst liberale Ideale.

Doch Freiheit muss gelebt werden! Denn Freiheit ist kein Wahlpflichtfach! Wir als Liberale Hochschulgruppe Münster setzen uns für eine Kultur der Freiheit an unserer Universität ein. Deshalb basiert unser Handeln auf liberalen Grundwerten wie Respekt vor dem Individuum, Eigenverantwortung und Meinungsfreiheit. Wir sehen uns in der Verantwortung für eine spürbare Verbesserung des Studienalltags aller Studierenden Sorge zu tragen. Besonders die Themen Digitalisierung, Flexibilität im Studium und die Reform des AStA liegen dabei in unserem Fokus. Zusammen mit unseren Kommilitoninnen und Kommilitonen wollen wir uns aktiv dafür einsetzen, dass Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit als Motor des Denkens und der individuellen Selbstentfaltung an unserer Universität nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch gelebt werden.

Lasst uns zusammen das Beste aus unserem Studium machen!

Mehr Informationen findest Du in unserem Grundsatzprogramm.

Für die Interessen von Studierenden

I. Kein Battle-Royale in den Bibliotheken

Viele Studierende müssen nach Münster pendeln und sind daher auf Arbeitsplätze in den Bibliotheken angewiesen. Aber natürlich auch Studierende, die in Münster wohnen, sollen die Möglichkeit haben jederzeit einen Arbeitsplatz in Anspruch zu nehmen. Gerade in der Klausurenphase ist es aber ohne Reservierung kaum möglich Plätze zu bekommen. Aus dem Grund setzen wir uns für einen Ausbau der Kapazitäten in unseren Bibliotheken ein. Gleichzeitig fordern wir die Bereitstellung ungenutzter Seminarräume, damit diese während der Klausurenphase als Ausweicharbeitsplätze genutzt werden können. Außerdem wollen wir die Bibliotheken dadurch entlasten, dass wir die ULB länger öffnen. Viele Studierende finanzieren sich das Studium durch einen Nebenjob, üben ehrenamtliche Aktivitäten aus, oder sind tagsüber durch Vorlesungen ausgelastet. All diesen Studierenden wollen wir die Möglichkeit geben, die ULB zu nutzen, wenn sie Zeit dafür haben. Daher setzen wir uns für längere Öffnungszeiten der Bibliothek ein, gerade abends und am Wochenende. Unser langfristiges Ziel ist die Öffnung der ULB bis 2 Uhr in den „heißen Phasen“ des Semesters. Damit setzen wir uns für ein individuelles und selbstbestimmtes Studium ein!

II. Damit der Magen nicht in der Vorlesung knurrt – Mensaangebot verbessern

Dir schmeckt das Mensaessen mal wieder nicht? Oder hattest du heute mal wieder keine Zeit während der Öffnungszeiten zu essen? Das wollen wir ändern. Wir fordern längere und flexiblere Öffnungszeiten der Mensen, sowie ein Abendangebot, damit du dich nicht nach der Mensa richten musst. Auch setzen wir uns als Liberale Hoschulgruppe dafür ein, dass es die Möglichkeit gibt, digital Feedback zu Gerichten zugeben und neue Rezepte vorzuschlagen. Gleichzeitig sollten neben den bereits bestehenden Angaben zum CO2– und Wasserverbrauch auch Angaben zu den Nährwerten der jeweiligen Gerichte gemacht werden.

III. Semesterbeitrag kürzen                                                                   

Semesterbeiträge steigen überall. Für das nächste Semester liegt der Semesterbeitrag an der Universität Münster bei 369,50 €. Diese Beiträge stellen gerade Studierende mit geringen Einkommen unter eine enorme Belastung. Aus dem Grund setzt sich die Liberale Hochschulgruppe dafür ein, zu prüfen wo gespart werden kann, ohne dass die Interessen der Studierenden zu kurz kommen. Insbesondere die Kosten des Semester Tickets schießen jedes Jahr aufs Neue in die Höhe. Aktuell gehen über 61% des Semesterbeitrags für das Semesterticket drauf. Aus dem Grund fordern wir die Möglichkeit dieses freiwillig abzuwählen.

IV. Für einen echten Service-AStA

Der politische Diskurs sollte in erster Linie dem StuPa unterliegen, während sich der AStA darauf fokussieren sollte das Leben der Studierenden konkret zu verbessern. Wir fordern daher einen reinen Service-AStA.

V. Damit nur das Training anstrengend bleibt – Hochschulsport reformieren

Der Hochschulsport besteht aus einem Flickenteppich aus verschiedenen Sportpässen und Abo-Modellen. Das wollen wir ändern. Wir fordern ein einheitliches und klar verständliches System, das es Studierenden erlaubt sich unkompliziert sportlich zu beteiligen. Gleichzeitig soll der Hochschulsport auch Kooperationen mit lokalen Sportvereinen eingehen können. So kann sowohl das Münsteraner Vereinsleben als auch das Angebot des Hochschulsports gefördert werden.

VI. Studentische Initiativen fördern

Studentische Initiativen gestalten und bereichern das Hochschulleben. Daher fordern wir als Liberale Hochschulgruppe diese durch Entbürokratisierung zu entlasten.

VII. Kursangebot stärken

Wir als liberale Hochschulgruppe sehen das Studium auch als Chance an sich außerhalb des eigenen Fachs weiterzubilden. Daher fordern wir mehr Sprach- und Softwarekurse, sowie Kurse für weitere „Soft-Skills“.

VIII. Beste Ausstattung

Die beste Lehre braucht auch beste Ausstattung. Wir fordern daher bessere Technik in den Hörsälen, vor allem verlässlichere Mikrofone, und mehr digital verfügbare Literatur. Gleichzeitig wollen wir studentischen Alltag verbessern. In den Bibliotheken wollen wir mehr Spinde einführen und diese mithilfe eures Studi-Ausweises verschließbar machen, damit ihr nicht andauernd irgendwelche Münzen mit euch rumtragen müsst. Auch sollen euch mehr Wasserspender in Uni-Gebäuden zur Verfügung stehen und funktionierende Fahrradreparaturstationen sollen gewährleisten, dass ihr immer sicher nach Hause kommt.

Für ein selbstbestimmtes Studium

I. Anwesenheitspflicht

In einigen Studiengängen besteht weiterhin eine allgemeine Anwesenheitspflicht für Studierende, obwohl diese keinen Zweck erfüllt. Wir als liberale Hochschulgruppe wollen den Besuch von Veranstaltungen komplett freiwillig machen, solange der Inhalt der Veranstaltung eine Anwesenheit nicht zwingend voraussetzt.

II. Forschungsfreiheit erlauben – Zivilklauseln abschaffen

Die Zivilklausel schränkt die Forschungsfreiheit an der Universität Münster enorm ein. Wir fordern daher, dass die Zivilklausel ersatzlos gestrichen wird. So kann endlich jeder zu jedem Thema forschen und dabei auch mit der Bundeswehr kooperieren. Die verschärfte Sicherheitslage in Europa und wachsende Bedrohung von außen macht es notwendig, dass auch die Universität zur Verteidigung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung beitragen kann.

III. Nachhaltiges Studium

Selbstbestimmung bedeutet für uns auch Verantwortung. Unserem Ideal des mündigen Studierenden entspricht es, über den Tellerrand zu schauen und sich neben dem Studium auch mit gesellschaftlichen Fragen zu beschäftigen. Dazu gehört für uns auch, dass man sich gesellschaftlichen Fragen beschäftigt. Zu diesen zählt auch die der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes. Wir wollen euch die Option geben, das eigene Studium gegen einen freiwilligen Aufpreis zum Semesterbeitrag CO2-Neutral zu gestalten.

IV. Selbstbestimmung braucht Mitbestimmung

Wir wollen die Hochschulpolitik zugänglicher für alle Studierenden machen. Das heißt für uns unter anderem, wichtige Fragen des universitären Lebens denen zu stellen, die von ihnen betroffen sind. Wir setzen uns daher dafür ein, wichtige Sachverhalte in Zukunft mit Urabstimmungen zu verbinden. So kann sichergestellt werden, dass die Studierenden tatsächlich und in noch größerem Umfang als bisher zu Wort kommen. Wir wollen auch, dass Studierende in Zukunft stärker in den Gremien der akademischen Selbstverwaltung vertreten sind. Studierende sind die mit Abstand größte Statusgruppe der Universität, zudem werden unsere Forderungen häufig durch den Umstand geschwächt, dass wir nur kurze Zeit an der Universität sind. Umso wichtiger ist es, dass wir endlich ausgeglichen repräsentiert werden, um uns Gehör zu verschaffen. In diesem Zuge fordern wir auch die Einrichtung eines studentischen Prorektors, der uns endlich auch auf der höchsten Ebene der Unileitung repräsentieren kann.

V. Mehr Interdisziplinarität & Internationalität wagen

Zu einem gelungenen Studium gehört auch der Blick über den Tellerrand. Das heißt konkret, dass wir interdisziplinäre Angebote in allen Studiengängen einführen und fördern wollen. Aber auch internationale Angebote sollen ausgebaut werden. Die Universität Münster soll einerseits zu einem attraktiven Ziel für Austauschstudierende werden und andererseits unseren Studierenden viele Möglichkeiten geben, das Ausland zu erleben. Das umfasst insbesondere den Ausbau unseres Netzes an Partneruniversitäten.

VI. Förderungsoffensive

Stipendien sind ein exzellentes Mittel, um finanziell selbstbestimmter und unabhängiger studieren zu können. Die Förderung von begabten und motivierten Studierenden der Universität Münster sollte deshalb unbedingt ausgebaut werden. Mit der Reihe „ProTalent“ gibt es ein Format, das lokal verhaftet ist und zu 50% aus privaten Geldern finanziert wird. Wir setzen uns dafür ein, dass die Universität dieses Format stärkt, um noch mehr Studierenden als bisher ein Stipendium zu verschaffen.

Für eine digitale Universität

I. WLAN & Learnweb – Kapazitäten ausbauen

Ob für das Videostreaming oder die Arbeit an Projekten: flächendeckendes und starkes WLAN ist für uns nicht nur zu Hause, sondern gerade in Uni-Gebäuden elementar. Aus unserer Sicht sollte es möglich sein, überall und zu jeder Zeit E-Mails abzurufen, Vorlesungen zu streamen oder WhatsApp-Nachrichten zu versenden, auch ohne mobiles Internet. Doch gerade zum Beginn des Semesters sind die Kapazitäten des Learnwebs und des Uni WLANs häufig stark überlastet. Allein das Öffnen von Vorlesungsfolien kann manchmal einige Minuten dauern. Wir fordern daher einen Ausbau der Kapazitäten des Uni WLANs und des Learnwebs, sodass diese auch zu Stoßzeiten einwandfrei funktionieren.

II. Prüfungsanmeldung flexibilisieren

Es ist immer noch Pflicht, sich bis zwei Wochen vor einer Klausur abzumelden oder diese mitzuschreiben – mit einem flexiblen Studium hat das für uns nichts zu tun. Gerade bei der üblichen Mehrfachbelastung in der Klausurenphase sind zwei Wochen ein zu langer Zeitraum, um verlässlich planen zu können. Wir wollen daher eine Flexibilisierung des Systems und fordern, dass die Abmeldung von einer Klausur bis 48 Stunden vor Beginn im 21. Jahrhundert möglich sein muss! Wir setzen uns auch dafür ein, dass für alle Veranstaltungen, Fachbereiche und Prüfungsleistungen ein einheitliches Online-Verfahren zur Anmeldung eingesetzt wird. Auch die Krankmeldung für Klausuren muss vollkommen digital und problemlos möglich sein.

III. Mit den Profs. ins Bett – Vorlesungsstreaming verpflichtend machen

Wer eine Vorlesung verpasst – ganz gleich aus welchem Grund – hat ohne digitale Aufrüstung keine Möglichkeit, diese nachzuholen. Die Liberale Hochschulgruppe setzt sich deshalb dafür ein, dass sämtliche Vorlesungen zwingend und flächendeckend auch im Learnweb als Livestream und später als Videoaufzeichnung angeboten werden.

IV. Campus-App

Wir wollen, dass jeder von uns sein Studium bequem und flexibel vom Handy aus verwalten kann. Daher soll das Intranet gebündelt mit anderen Angeboten, wie zum Beispiel des Studierendenwerks oder des AStA in einer einheitlichen und benutzerfreundlichen „Campus-App“ verfügbar sind.

Für eine faire & transparente Hochschulpolitik

I. Transparenzoffensive AStA

Wir als Liberale Hochschulgruppe fordern einen transparenteren AStA. Ein Gutteil des jährlichen AStA-Haushalts wird in Referate gesteckt. Dabei gibt es neben den AStA-Referaten – etwa für Finanzen oder Hochschulpolitik – auch sogenannte autonome Referate. Diese sind weder dem AStA noch der Studierendenschaft Rechenschaft schuldig. Sie erhalten große Summen und können mit diesen nach Belieben verfahren. Die Liberale Hochschulgruppe hält das für falsch. Wer das Geld der Studierendenschaft erhält, schuldet uns Studierenden zumindest Rechenschaft. Wir fordern daher, dass die autonomen Referate transparenter werden und über ihre Ausgaben Auskunft geben.

II. AStA reformieren

Um den Semesterbeitrag zu senken, ohne dabei bei studentischen Belangen zu kürzen, wollen wir den AStA reformieren und personell verkleinern. Auch die Aufwandsentschädigungen für die Referenten sollen überprüft und angepasst werden.

III. Hochschulpolitik für alle zugänglich machen

Das StuPa ist der Ort, der studentischen Interessensartikulation. Der Ort, an dem harte Diskussionen und Debatten stattfinden. Der Ort, an dem wir für unsere Ideen und Konzepte einstehen. Ihr wollt auch wissen, was im StuPa gerade passiert? Wir fordern daher, dass die Protokolle und Einladungen zu Sitzungen des StuPa wieder zuverlässig öffentlich bekannt gegeben werden. Zudem fordern wir einen StuPa-Livestream. So könnt ihr uns gemütlich beim Arbeiten zuschauen und überprüfen, ob die von euch gewählte Liste ihre Wahlversprechen ernst meint und sie euch angemessen vertritt. Damit setzen wir ein wichtiges Signal in Sachen Transparenz, Partizipation und Digitalisierung.

IV. Keine Toleranz für Antisemitismus

Wir als Liberale Hoschulgruppe blicken mit Besorgnis darauf, wie Antisemitismus im gesamtgesellschaftlichen Diskurs immer präsenter wird. Berechtigte Kritik an der israelischen Regierung endet immer öfter in Hass und Hetze gegen unsere jüdischen Mitbürger. Unsere Universität darf kein Ort der Intoleranz werden. Wir fordern daher antisemitische Vorfälle an unserer Universität entschieden zu bestrafen.

V. Fairer Umgang miteinander

Als Liberale Hochschulgruppe haben wir uns das Ziel gesetzt, ideologische Grabenkämpfe in der Hochschulpolitik zu überwinden. Unser erster und wichtigster Leitsatz sollte das Wohl der Studierenden sein. Das bedeutet, dass wir die beste Politik machen können, wenn wir vorurteilsfrei mit den anderen Listen zusammenarbeiten, wo es sich anbietet und fair und sachlich mit ihnen streiten, wo wir verschiedener Meinung sind. Wir äußern Kritik, wo sie angemessen ist, doch behalten dabei immer den Gesamtkontext im Auge. Außerdem folgt daraus, dass an unserer Universität jeder unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Sexualität, Religion, Behinderung, etc. individuell, fair und differenziert beurteilt und behandelt werden sollte. Wir lehnen jegliche Formen von Rassismus, Sexismus, Homophobie und sonstiger Diskriminierung entschlossen ab. Diese Geisteshaltung versuchen wir nach Kräften, in der gesamten Hochschullandschaft zu etablieren.